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Archiv der Kategorie Worte bewegen die Welt
Sprache wirkt nach außen!
20.11.2007 von JT.
“Anne Will. Und das ist gut so.” So lautet die Überschrift eines Artikelbaums der Gruppe Wirtschaftssprache auf Xing. Es wird dabei heiß diskutiert, ob es angebracht ist über das Privatleben der Anne Will und Ihrer Äußerung, dass sie eine gleichgeschlechtliche Partnerin hat, zu diskutieren.
Mich wundert eher, dass der Ausspruch “Und das ist auch gut so” der von Klaus Wowereit stammt, so selbstverständlich übernommen wurde. Hat die Aussage von Klaus Wowereit es geschaft in die Klassikersammlung der deutschen Sprache zu gelangen? Verbinden wir als Hörer und Leser hier bereits einen bestimmten Kontext? Bewegen wir uns bereits in einer
Sprache, die so stark vordefiniert ist, dass wir sie wie selbstverständlich gebrauchen und unsere Rezipienten auch wissen, was wir beabsichtigen? Hören Sie selbst rein, in die Rede von Klaus Wowereit.
Es wird auf der Webseite von Herrn Wowereit auch bereits gezeigt, dass dieser Ausspruch in anderen Ländern aufgegriffen und verwended wird.
Die rhetorischen Eigenschaften:![]()
- kurz und knapp (lat. brevitas)
- einprägsam (lat. perspikuitas in verbis coniunctis)
- Altagsprache (lat. genus subtile)
- Aufforderung - in diesem Fall - es gibt darüber keine Diskussion (lat. telos)
Was mehr braucht eine gute, griffige Formulierung in unserer heutigen zeitgedrängten und auf 30 Sekundenaussagen geprägte Medienwelt mehr.
Das Satzfragment “und das ist auch gut so” hat ein eigenständiges Leben entwickelt und sich damit ganz sicher einen Platz in unserer Sprachwelt erobert. Die Frage für uns Nutzer, Redner und Zuhörer ist doch sicher immer die Frage nach Angemessenheit und da können wir im Fall der Anne Will sicher diskutieren. Die Aussage an sich durch Herrn Wowereit ist und bleibt jedoch aus meiner Sichtweise Bestandteil unserer Sprache!
Es grüßt auch heute wieder mit Herz und Verstand,
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Sommerinterview – Merkel - ARD
24.7.2007 von JT.
Hatten wir vor einigen Jahren noch einen Kapitän, so scheinen wir heute ein Mauerblühmchen als Kanzlerin zu haben, auch wenn Sie kleine Blüten trägt.
- schräger Kopf – Unterwerfung? Ähnelt mehr und mehr der Kopfhaltung von Edmund Stoiber.
- Leere Augen – kein Feuer, keine Energie oder Kraft
- Auch die Stimme klingt leer und lustlos
- Ja sagen und mit dem Kopf schütteln – Zwiespalt auf ganzer Linie
- Körperlose Person – wir sehen nur die Schultern und auftupierte Haare – jedoch keine Hände, keine Lenkung – keine Führung
- Betonung von Wörtern, die wenig Bedeutung tragen – Abend, was, ist, nicht und viele andere
- Die gesamte Betonung ist negativ und monoton – sowie oft abwertend.
- Ich höre kein Lachen in der Stimme von Frau Merkel – und es ist auch kein Lachen zu sehen, weder im Gesicht noch in den Augen – fast leblos der Gesamtausdruck. Das wir vor allem noch unterstützt durch den abgeschnitten Körper.
- Standardsatz – „Das habe ich gar nicht in Frage gestellt“ tritt in den letzten Interviews immer häufiger auf
- „Man sollte“ – immer wenn Sie von der Koalition spricht oder anderen Partien, nur für Ihre eigene Partei nutzt sie das Wort „Wir“
- Der gesamte Satzbau besteht aus lange, verschachtelten Sätzen, vielen konditionierten Nebensätzen. Ihre Sprechsprache ist eher eine Schreibsprache. Es klingt an einigen Stellen wie auswendig gelernt – fast wie vorgeschrieben, aber als Hörer können wir das natürlich nicht nachvollziehen. Mir fehlt an dieser Stelle die Autentizität.
Sicherlich hat sich Frau Merkel in den letzten Jahren sehr verändert, auch gesteigert, allerdings gab es aus meiner Sicht keinen anderen Weg.
Der Gesamteindruck der Rednerin Merkel auf mich scheint - überlastet und lustlos – Da wünsche ich mir ein anderes Engagement „meiner Kanzlerin“.
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Was wissen Sie über Bayern?
17.7.2007 von JT.
Heute hat Edmund Stoiber seinen letzten großen Auftrit als Ministerpräsident durchgeführt.
Edmund Stoiber tritt zurück. Siegmund Gottlieb sagt: Die Ära Stoiber ist zu Ende!
Letzte Regierungserklärung
Stoiber und das Leben 2020
Er liebt Details, Fakten, Zahlen: Auch in seiner letzten Regierungserklärung präsentierte der scheidende Ministerpräsident Edmund Stoiber viele Daten, die seiner Meinung nach den Erfolg seiner Regierungsarbeit belegen. Im Zukunftsprogramm 2020 setzte er auf neue Bildungs- und Arbeitsplatz-Offensiven. SPD-Fraktionschef Franz Maget warf Stoiber Selbstgerechtigkeit vor.
Quelle: Lesen Sie mehr in der Originalquelle und schauen Sie zurück auf bewegte Bilder von Edmund Stoiber.
Ihre Judith Torma

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Deutschland - korrupt?
6.7.2007 von JT.
Phoenix stellt sich diese Frage: Ist Deutschland korrupt?
So interessant dieser Beitrag auch ist, so stellt sich mir eine ganz andere Frage. Die Körpersprache, die Mimik und die Gestik!
Gerade da wir 3 Männer hier “im Bilde” haben, ist es besonders interessant wie sie sich geben!
Verbiesterte Gesichter, gesenkter Blick, runter gezogene Mundwinkel, verschränkte Hände - ja gerade zu verkrampfte Fingerstellungen! Im Widersprach dazu die offensichtlich einstudierte Haltung des Oberkörpers. Vorgebeugt, interessiert und doch der Blick immer wieder auf den Boden gesenkt.
Unter der Prämisse, dass Körpersprache nach Prof. Mehrabien 55% unserer Glaubwürdigkeit ausmachen, so stellt sich mir die Frage: “Kann ich diesen Rednern trauen?”
Transparency International - welches auch als im Video als Kontrollorgan erwähnt wird, ist einer meiner Kunden. Mehr gern auf Nachfrage.
Nun ich freue mich auf den Austausch und die gemeinsame Beantwortung dieser Frage.
Ihre Judith Torma
http://www.rhetorikseminar.org
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Religion und Rhetorik
6.7.2007 von JT.
Seit nun mehr 9 Jahren wählt eine exklusive Gruppe Tübinger Rhetoriker jedes Jahr die “Rede des Jahres” und zeichnet damit einen besonderen Redner aus.
2006 “sind wir nicht nur Weltmeister”, sondern auch “sind wir Papst”. Wohl auch auf Grund der Medienaufmerksamkeit aber auch dem weltweiten Interesse wählten die Juroren um Prof. Gert Ueding Papst Benedikt XVI: Vorlesung an der Universität Regensburg zur Rede des Jahres 2006.
Welche Kriterien sind es für Sie, die diese Rede hervorheben?
Frage 1: Ist es das Thema?
Frage 2: Ist es der Redner?
Frage 3: Ist es der Ort?
Frage 4: Ist es die Art zu Reden und einzubeziehen?
Bilden Sie sich selbst ein Urteil und schauen Sie sich die Rede an: Bereitgestellt von Phoenix: Video zur Rede
Und hier auch der Text zum Nachlesen: Link
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“Noch nie haben Politiker seichter geredet” (zitat)
25.5.2007 von JT.
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So lautet eine der Kernaussagen von Gert Ueding in einem Aufsatz vom 17.06.2006.
Noch nie haben Schriftsteller so schludrig geschrieben, haben Politiker seichter und ungeschliffener geredet, ist die deutsche Sprache an deutschen Schulen mehr vernachlässigt worden als heute - von der Sprache in Werbung und
Massenmedien ganz zu schweigen.
Weiter heißt es:
“Die Sprache eines Volkes“, so hat es Ernst Moritz Arndt, einer der ältesten
ideologischen Gründerväter der Germanistik, formuliert, “ist der hellste Spiegel […]seines
geistigen Lebens.” Wenn dies trübe ist, wird sich auch niemand des Spiegels bedienen
wollen. Oder umgekehrt: Nur die weit hinausstrahlende und doch selbstgewisse Kultur
schafft das Interesse an ihrer Sprache.
Wenn dem so ist, so frage ich mich ernsthaft, in welchem geistigen Stande die Vertreter auf diesem Video sind, welches ein typisches Abbild der deutschen Führungskommunikation ablichtet. Aktuelle Politiker verwenden ebenfalls seichte und kaum polarisierende Wortspiele, um Wähler und Bürger auf Ihre Seite zu ziehen.Den gesamten Ueding Text finden Sie hier um runterladen oder hätte ich da jetzt downloaden sagen müssen?
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